Das Ärzte-Team am Institut für Pathologie im Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben in Quedlinburg: Oberärztin Martina Zander, Dr. Christian Schrader (links), Chefarzt Uwe Hildebrandt (Foto: Tom Koch/Harzklinikum)

Festveranstaltung am 12. September im Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben

Pathologen sind als „Lotsen in der Diagnostik und Therapie“ aus dem Klinikalltag nicht mehr wegzudenken. Uwe Hildebrandt, Chefarzt am Institut für Pathologie im Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben: „Mit der Eroberung des Körpers durch endoskopische Methoden und Biopsien ist der Pathologe vom Ende des Behandlungsprozesses an seinen Anfang gerückt.“ Die Möglichkeiten einer immunhistologischen Diagnostik, beispielsweise Hor-monrezeptor-Untersuchungen, HER2/neu-Testung usw. sowie die intraoperative Schnellschnitt-Diagnostik bieten bereits wichtige therapierelevante individuelle Untersuchungsergebnisse. „Mit dem Einzug molekularpathologischer Methoden in unseren Berufsalltag haben sich die Möglichkeiten einer zielgerichteten Behandlung bzw. einer individualisierten Therapie in den klinischen Fächern rasant entwickelt“, so der Institutschef.

Das Pathologische Institut am kommunalen Harzklinikum verfügt über ein 400 Quadratmeter großes Domizil mit Laboren, Obduktionsraum, Arztzimmern, Sekretariat, Archiv und Aussegnungsraum. Drei Fachärzte und weitere zwölf Mitarbeiter bearbeiten dort jährlich Proben von circa 25 000 Patienten regionaler und überregionaler Ein-sender. Beginnend ab 2008 ist das Institut Kooperationspartner für die Zertifizierten Krebszentren des Harzklinikums – Brust-, Darm- und Hautkrebszentrum. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Pathologen und Klinkern ist heute essenziell für eine optimale Patientenbetreuung. Der Pathologe als „Arzt im Hintergrund“ legt mit Diagnosen und Klassifikation den Grundstein für notwendige Therapien, insofern erklärt sich die Rolle der Pathologie als wichtiger Partner für die Klinik. Hildebrandt: „Kooperationen pflegen wir mit verschiedenen sub- bzw. hochspezialisierten pathologischen Einrichtungen, insbesondere im Rahmen der Krebsdiagnostik, darunter das Institut für Pathologie am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, das Institut für Pathologie der Medizinischen Fakultät der Universität Magdeburg, die Dermatopathologie Friedrichshafen Bodensee.“ Bei speziellen histologischen und molekularpathologischen Fragestellungen besteht seit langem eine Zusammenarbeit mit spezialisierten Konsilpathologen wie dem Lymphomregister in Kiel. Chefarzt Hildebrandt: „Heute wird bundes-weit von rund 1300 beruflich aktiven Pathologen (0,4 Prozent der Ärzteschaft) zu etwa 99 Prozent ihrer Tätigkeit Diagnostik an Zellen und Geweben lebender Menschen, also unserer gemeinsamen Patienten, vorgenommen. Die pathologische Diagnostik ist eine höchstpersönliche fachärztliche Leistung, obendrein ist die Basisdiagnostik eine monetär günstige Methode, gemessen an diagnostischen Kosten in einigen klinischen Fachdisziplinen.“ Bundesweit werden allein etwa fünf Millionen zytologische Abstriche aus der gynäkologischen Vorsorge jährlich untersucht. Hingegen sind Obduktionen ungleich seltener, ungeachtet dessen für die Qualitätssicherung in der Medizin, das heißt für die Beurteilung der Richtigkeit der Diagnosen und der Wirksamkeit der Behandlung, die Ausbildung junger Ärzte und pflegerischer Kräfte von hoher Wichtigkeit.

Dr. Hans Bosselmann (Foto: Sammlung Hildebrandt/ Harzklinikum)
Am 1. Juni 1948 wurde die Pathologie am Quedlinburger Krankenhaus durch Chefarzt Dr. Hans Bosselmann (vormals Hamburg-Barmbek und Uni Jena) begründet. Heute, 70 Jahre später, wird das zum Anlass genommen, mit einer Festveranstaltung an diese Anfänge zu erinnern. Am 12. September hält dabei mit Prof. Dr. med. univ. Dr. sc. nat. Johannes Haybäck der Direktor des Instituts für Pathologie im Universitätsklinikum Magdeburg den Festvortrag im Quedlinburger Harzklinikum. Sein Thema: „Pathologie im Wandel: Was können wir heute schon und was wird die Zukunft bringen?“
 
70 Jahre Institut für Pathologie
am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg

Mittwoch, 12. September 2018
17 – 19.30 Uhr
Ort: Konferenzraum im Tagungszentrum des Harzklinikums Quedlinburg
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